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Barometer der deutsch-französischen Beziehungen

"Les relations franco-allemandes" / Badische Zeitung
"Les relations franco-allemandes"

Grafik: Badische Zeitung

"Les relations franco-allemandes", so lautete  das Thema des 6. Semesters im Lippstädter GK Französisch.

Historische Quellen und literarische Zeugnisse wurden dazu gelesen, auch aktuelle politische Reden. Aber irgendwann kam der Gedanke auf, nicht nur Adenauer und de Gaulle, Merkel und Hollande zum Thema zu hören, sondern ganz konkret, vor Ort, Lippstädter Bürger und Bürgerinnen zu ihrer Sicht der deutsch-französischen Beziehungen zu befragen. Wie schätzen die Lippstädter den Zustand des "couple franco-allemand" ein? Kriselt es in der deutsch-französischen Ehe?

Ein Fragebogen wurde erstellt und der Französischunterricht an einem Morgen vom Klassenraum in die Lippstädter Fußgängerzone verlegt.

Um es gleich vorweg zu sagen: Für 50% der Befragten ist Frankreich Deutschlands verlässlichster Partner, mit Abstand gefolgt von den USA auf Platz 2 (30%) und Großbritannien auf Platz 3 (8%).

Dem Zustand der Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland geben ca. 65% die Note "gut", 20% sogar die Note "sehr gut". Nur ein einziger unter den ca. 60 Befragten sprach von einem "ziemlich schlechten Verhältnis".

Die Konflikte des 20. Jahrhunderts (1. und 2. Weltkrieg) spielen in den spontanen Assoziationen nur noch eine geringe Rolle. Auf die Frage "Was fällt Ihnen als erstes ein, wenn Sie das Wort 'Frankreich' hören?" waren Stichwörter wie "Lebenskunst" und "Tourismus" die mit Abstand meistgenannten Antworten.

Dass es aktuell zwischen Deutschland und Frankreich in vielen Bereichen intensive Kooperation gibt, war den meisten bewusst. "Arte" wurde in diesem Zusammenhang immer wieder genannt, Zusammenarbeit in Wirtschaft und Technik (Airbus), auch Schüler- und Studentenaustausch.

Befragt nach der engen politischen Kooperation zwischen den beiden Ländern, antwortete eine ganz deutliche Mehrheit mit einem "Weiter so!"  Mit dem Gedankenspiel einer gemeinsamen deutsch-französischen Regierung konnte sich allerdings so gut wie niemand anfreunden.

In der Frage einer weiteren Ausdehnung des Französischunterrichts an deutschen Schulen, einer Intensivierung der Berichterstattung über Frankreich im deutschen Fernsehen oder einem Mehr an französischer Musik im deutschen Radio standen sich Skeptiker und Befürworter jeweils in etwa gleich stark gegenüber.

Fazit: Hört man auf die Lippstädter, so kann von Krise im deutsch-französischen Verhältnis keine Rede sein. Die Lippstädter vertrauen Frankreich, bereisen das Land, lieben sein "savoir vivre". So gesehen war in der Fußgängerzone durchaus ein "Vive la France" zu vernehmen. Aber einen Ruf nach (noch) mehr Frankreich konnten die Interviewer des GK Französisch nicht ausmachen. Vielleicht denken die Lippstädter, dass selbst die beste Ehe durch allzuviel Nähe Schaden nehmen kann.

Wenn Sie selbst sich oder Ihre Freunde nach der Einschätzung der deutsch-französischen Beziehungen befragen möchten, nutzen Sie den anhängenden Fragebogen!